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Finanzierung / Ratgeber / Mieten oder kaufen?
TIPPS FÜR IHREN IMMOBILIENKAUF

Mieten oder kaufen?
Ihr Zuhause. Ihre Zahlen. Ihre Entscheidung.

Ein eigenes Zuhause schafft Gestaltungsfreiheit. Zur Miete bleiben kann Beweglichkeit und Vermögensaufbau ermöglichen. Welche Lösung zu Ihnen passt, erkennen Sie weder an der Kreditrate allein noch an einer besonders schönen Renditeannahme. Wir zeigen Ihnen, wie Sie beide Wege fair gegenüberstellen – und welche Angaben Sie dafür brauchen.

Von albfinanz
Zwei Frauen vergleichen am Küchentisch einen Wohnungsgrundriss und ihre Wohnpläne.
Wohnen, wie es zu Ihnen passt.
Mit einer Rechnung, die beide Wege ernst nimmt.
KI-generiert
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Nicht nur die Monatsrate zählt.
Sondern das Leben dahinter.

  • Vergleichen Sie eine ähnliche Wohnqualität, denselben Zeitraum und dasselbe Startkapital.
  • Beim Kaufen gehören Nebenkosten, Instandhaltung und Restschuld dazu.
  • Beim Mieten zählt, ob Sie den finanziellen Spielraum wirklich anlegen.
  • Prüfen Sie mehrere Entwicklungen und Ihren möglichen Auszugstermin.
01 · ZUERST IHR LEBEN

Eine gute Rechnung beginnt
mit vergleichbarem Wohnen.

Vergleichen Sie nicht die günstige Zweizimmerwohnung von heute mit dem großen Haus, das Sie morgen gern hätten. Schreiben Sie auf, welche Lage, Fläche und Ausstattung Sie tatsächlich brauchen. Suchen Sie dazu eine passende Nettokaltmiete und ein konkretes Kaufangebot. Unterschiedliche Wohnqualität darf mehr kosten – dieser Mehrpreis sollte nur bewusst sein.

Überlegen Sie außerdem, wie lange Sie voraussichtlich bleiben. Beruf, Familienplanung, Pflege von Angehörigen oder ein später kleinerer Haushalt können die Entscheidung verändern. Bei kurzer Haltedauer verteilen sich die einmaligen Kaufkosten auf wenige Jahre. Ein nötiger Verkauf fällt außerdem möglicherweise in eine ungünstige Marktphase.

Eigentum kann Ihnen Sicherheit im Alltag und Freiheit bei der Gestaltung geben. Dafür tragen Sie Verantwortung für das Gebäude und binden viel Vermögen an einen Ort. Mieten erleichtert einen Umzug, lässt Sie aber von Angebot, Mietentwicklung und den Regeln des Mietverhältnisses abhängen. Diese Unterschiede dürfen Sie persönlich gewichten; ein Rechner kann sie nicht für Sie bewerten.

02 · GLEICHER FINANZIELLER EINSATZ

Miete ist nicht gleich Kreditrate.
Und Tilgung ist kein verlorenes Geld.

Die Kreditrate besteht aus Zins und Tilgung. Zinsen bezahlen die Finanzierung; Tilgung verringert Ihre Schulden. Zum Eigentümerbudget kommen laufende Ausgaben, Verwaltung und Arbeiten am Gebäude. Eine Rücklage ist zunächst noch Ihr Vermögen. Wird sie für eine Reparatur verbraucht, ist das Geld ausgegeben. Beides darf in der Rechnung nicht doppelt als Kosten auftauchen.

Auf der Mietseite stehen Nettokaltmiete und Geldanlage. Das nicht für den Kauf eingesetzte Eigenkapital bleibt investierbar. Ist das gesamte monatliche Eigentümerbudget höher als die Miete, kann auch diese Differenz angelegt werden. Wer sie stattdessen ausgibt, erreicht das hier berechnete Depot nicht. Gleiche Ausgaben für Heizung, Strom und sonstigen Betrieb können auf beiden Seiten herausgekürzt werden; echte Unterschiede gehören dagegen hinein.

ZUSAMMENHÄNGE AUF EINEN BLICK

So fließt das Geld im ersten Monat

Position Kaufen Mieten + Anlegen
Verfügbares Startkapital 100.000 € 100.000 €
Verwendung am Anfang 45.000 € Kaufkosten
55.000 € im Haus
100.000 € im Depot
Kreditrate / Nettokaltmiete 1.975 € 1.500 €
Zusätzliche Eigentümerkosten 350 € bereits beim Vermieter
Geldanlage aus Monatsbudget 0 € 825 €
Gleicher monatlicher Einsatz 2.325 € 2.325 €
Eigenes Beispiel für vergleichbares Wohnen. Gemeinsame Betriebskosten und eine auf beiden Seiten vorhandene Notfallreserve sind nicht dargestellt. Die 350 Euro gelten im Modell als tatsächlich verbrauchte Eigentümerkosten, nicht als zusätzliches Guthaben.

Die 45.000 Euro Erwerbsnebenkosten im Beispiel werden bezahlt, erhöhen aber nicht automatisch den Wert des Hauses. Darum beginnen die beiden Vermögenswege unterschiedlich: Das Depot startet mit 100.000 Euro. Im Haus stecken zunächst 55.000 Euro eigener Anteil – Kaufwert abzüglich Kredit. Genau dieser Unterschied fehlt in vielen schnellen Vergleichen.

03 · 15 JAHRE FAIR DURCHRECHNEN

Vergangenheitsdaten helfen.
Sie ersetzen keine Szenarien.

Für das Kaufbeispiel setzen wir 450.000 Euro Kaufpreis und zehn Prozent Erwerbsnebenkosten an. Nach 100.000 Euro Eigenkapital bleiben 395.000 Euro Kredit. Vier Prozent Sollzins und zwei Prozent anfängliche Tilgung ergeben 1.975 Euro Monatsrate. Der Sollzins ist im Modell für die gesamten 15 Jahre fest. Weitere Eigentümerkosten beginnen bei 350 Euro monatlich und steigen jährlich um zwei Prozent. Der Gebäudewert steigt im mittleren Szenario ebenfalls um zwei Prozent jährlich. Diese Werte sind frei gewählte Rechenannahmen, keine heutigen Bankangebote oder Prognosen.

Die vergleichbare Nettokaltmiete beginnt bei 1.500 Euro. Als Orientierung für ihre Entwicklung haben wir den amtlichen Mietindex für Baden-Württemberg geprüft: von 85,4 im Jahr 2010 auf 112,9 im Jahr 2025, jeweils auf Basis 2020 = 100. Das entspricht insgesamt rund 32,2 Prozent beziehungsweise rechnerisch rund 1,9 Prozent pro Jahr. Im Beispiel runden wir auf zwei Prozent. Der Index bildet einen breiten Mietbestand ab; die Angebotsmiete bei einer neuen Wohnung und Ihr persönlicher Vertrag können sich deutlich anders entwickeln. Eine Modellsteigerung ist auch keine automatische rechtliche Erlaubnis zur jährlichen Mieterhöhung.

Bei der Geldanlage betrachten wir ein breit gestreutes Aktienportfolio. Sieben Prozent jährliche Wertentwicklung nach angenommenen laufenden Anlagekosten, aber vor persönlichen Steuern, dienen als mittleres Szenario. Historische Aktienrenditen machen eine solche Rechnung nachvollziehbar, sichern ihr Ergebnis jedoch nicht. Das Deutsche Aktieninstitut dokumentiert langfristige MSCI-World-Sparpläne; dessen historische Bruttowerte ohne Kosten und Steuern lassen sich nicht direkt als Ihr künftiger Nettoertrag verwenden. Deshalb zeigen wir zusätzlich null, vier und neun Prozent.

Jeden Monat wird nur der jeweils verbleibende Unterschied angelegt. Weil Miete und Eigentümerkosten steigen, bleibt die anfängliche Sparrate von 825 Euro nicht konstant. Das Depot erhält über die 15 Jahre zusätzlich rund 116.851 Euro. Die Rechnung verwendet gleichmäßige monatliche Erträge; echte Aktienkurse schwanken und können auch über längere Zeit fallen.

04 · DAS ERGEBNIS VERSTEHEN

Ein Haus mit Restschuld.
Oder ein Depot neben der Mietwohnung.

Bei zwei Prozent angenommener jährlicher Wertsteigerung steht das Haus nach 15 Jahren mit rund 605.641 Euro in der Rechnung. Davon sind noch rund 232.990 Euro Kredit abzuziehen. Der rechnerische eigene Vermögensanteil beträgt somit rund 372.650 Euro. Das Haus ist zu diesem Zeitpunkt also nicht abbezahlt.

Auf der Mietseite hängt das Vermögen deutlich von der Geldanlage ab. Alle folgenden Varianten verwenden dieselbe Miete, dieselben zusätzlichen Einzahlungen und denselben Zeitraum. Die Zahlen zeigen nominale Vermögensstände vor persönlichen Steuern und vor Verkaufskosten; sie sind keine verfügbaren Nettoverkaufserlöse.

ZUSAMMENHÄNGE AUF EINEN BLICK

Wie viel die Renditeannahme verändert

Aktien-Szenario pro Jahr Depot nach 15 Jahren
0 % 216.851 €
4 % 343.574 €
7 % 487.941 €
9 % 617.212 €
Eigene Modellrechnung, auf volle Euro gerundet: 100.000 Euro Startanlage plus monatlich veränderliche Sparbeträge am Monatsende. Zum Vergleich: 372.650 Euro Immobilienwert abzüglich Restschuld bei zwei Prozent Hauswertsteigerung. Keine Wahrscheinlichkeits- oder Sicherheitsbandbreite.

Auch auf der Immobilienseite verändert die Annahme das Bild: Ohne Hauswertsteigerung bleiben nach Abzug desselben Kredits rund 217.010 Euro, bei vier Prozent Wertsteigerung rund 577.434 Euro. Ein Vergleich, der nur die Aktienrendite kritisch hinterfragt und eine hohe Hauswertsteigerung fest zusagt, wäre ebenso einseitig wie das Gegenteil.

Steigt die Miete im Modell jährlich um vier statt zwei Prozent, sinkt das Depot bei sieben Prozent Rendite auf rund 419.732 Euro. In den späten Monaten übersteigt die Miete sogar das Vergleichsbudget; dann wird die Differenz aus dem Depot entnommen. Diese Variante hält den gesamten monatlichen Einsatz weiterhin gleich.

Aus 487.941 Euro Depot gegenüber 372.650 Euro Immobilienanteil folgt daher kein allgemeines „Mieten gewinnt“. Für auszahlbares Geld müssen beim Depot mögliche Steuern auf Erträge und beim Haus konkrete Verkaufskosten sowie gegebenenfalls Ablöse- und Steuerfolgen berücksichtigt werden. Auch die bereits während der Anlage anfallenden persönlichen Steuern sind hier nicht modelliert. Beides verändert den Vergleich. Die Werte sind außerdem nicht inflationsbereinigt. Wer nach 15 Jahren weiterwohnt, benötigt statt einer Verkaufsrechnung vor allem einen Plan für die verbleibende Finanzierung.

05 · AUS ZAHLEN WIRD EINE ENTSCHEIDUNG

Drei Prüfungen machen
Ihre Entscheidung belastbarer.

Bleiben Sie voraussichtlich lange?

Ein passendes Zuhause mit langem Nutzungshorizont kann den Kauf stützen. Bei offenem Arbeits- oder Lebensort ist die Beweglichkeit der Mietlösung besonders wertvoll.

Halten beide Wege Belastungen aus?

Beim Kaufen: Reparaturen, Einkommensausfall und Anschlusszins. Beim Mieten: höhere Miete, Börsenverluste und ein möglicherweise ungünstiger Verkaufszeitpunkt für Wertpapiere.

Passt der Plan zu Ihrem Verhalten?

Ein Mietvergleich mit Depot funktioniert nur mit tatsächlicher Sparanlage. Ein Kauf funktioniert nur, wenn Rate, Rücklagen und Lebensunterhalt dauerhaft zusammenpassen.

Wenn Sie in wenigen Jahren kaufen möchten, ist das dafür fest benötigte Eigenkapital nicht automatisch gut in einem reinen Aktiendepot aufgehoben. Ein Kursrückgang genau zum Kaufzeitpunkt kann Ihren Plan verschieben. Die hier untersuchte Alternative lautet bewusst „15 Jahre mieten und investieren“, nicht „kurz vor dem Kauf auf sieben Prozent hoffen“.

Bereiten Sie zwei konkrete Angebote vor: eine passende Mietwohnung und ein realistisches Kaufobjekt. Ergänzen Sie Ihre verfügbare Reserve, den vollständigen Kostenplan und einen realistischen Zeitraum. Rechnen Sie dann einen normalen Verlauf, einen ungünstigeren Verlauf und einen früheren Umzug. Finden Sie heraus, bei welcher Annahme Ihre Entscheidung kippt.

Für den Kauf führen die nächsten Schritte zu vollständigen Hauskosten, Eigenkapital und Reserve sowie Tilgungsplan und Restschuld. Ein finanziell tragfähiges Zuhause muss nicht in jedem Rechenszenario den höchsten Endwert erreichen. Sie sollten nur wissen, welchen Wohnnutzen Sie sich zu welchem Preis leisten.

06 · IHR NÄCHSTER SCHRITT

Mit sieben Antworten zur Wohnentscheidung.

Haken Sie ab, was Sie für Ihre Entscheidung bereits konkret geklärt haben.

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Ihr Wohnwunsch verdient
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Bringen Sie ein Mietangebot, ein Kaufexposé und Ihren monatlichen Budgetrahmen mit. Wir prüfen, welche Finanzierung und welche Reserve zu Ihrem Haushalt passen, und stellen den Kauf einem nachvollziehbaren alternativen Vermögensaufbau gegenüber.

Sie erkennen die entscheidenden Stellschrauben: tragbarer Kaufpreis, eingesetztes Eigenkapital, laufende Belastung und verbleibende Schulden. So können Sie den Wohnnutzen bewusst gegen finanzielle Beweglichkeit abwägen. Persönlich in Reutlingen und digital in ganz Deutschland.

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Slobodan Starcevic von albfinanz
Slobodan Starcevic
Alessio Lo Presti von albfinanz
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GUT ZU WISSEN

Ihre Fragen.
Klare Antworten.

Ist Miete immer verlorenes Geld?

Miete bezahlt die Nutzung einer Wohnung. Auch Eigentümer haben verbrauchte Ausgaben, insbesondere Zinsen und laufende Objektkosten. Tilgung baut dagegen Schulden ab. Entscheidend ist, wie viel Vermögen bei gleichem finanziellen Einsatz auf beiden Wegen entsteht.

Warum verwenden Sie sieben Prozent für die Geldanlage?

Als eigenes langfristiges Aktien-Szenario, nicht als garantierten Ertrag. Wir rechnen zusätzlich mit null, vier und neun Prozent. Historische Aktienergebnisse haben andere Zeiträume und Kostenannahmen und dürfen nicht als sichere Zukunftsrendite übernommen werden.

Warum reicht ein Kaufpreis-Miet-Verhältnis nicht?

Es zeigt einen ersten Preisabstand, berücksichtigt aber weder Finanzierung und Nebenkosten noch Objektzustand, Anlagealternative, Haltedauer und persönliche Steuern. Es ersetzt deshalb keinen vollständigen Vergleich.

Ist nach 15 Jahren die Immobilie schuldenfrei?

In unserem Beispiel nicht. Es bleiben rund 232.990 Euro Kredit. Ob die anschließende Finanzierung tragbar ist, gehört ebenso zur Entscheidung wie die anfängliche Monatsrate.

Darf ich die durchschnittliche Mietsteigerung einfach für meinen Vertrag ansetzen?

Sie können sie als Szenario nutzen. Tatsächliche Anpassungen richten sich nach Vertrag und geltendem Mietrecht. Ein amtlicher Durchschnitt ist keine Vorhersage und keine automatische jährliche Erhöhung Ihres Vertrags.

TRANSPARENT & NACHVOLLZIEHBARQuellen & PlanungsgrundlagenVerbraucherinformationen, amtliche Mietentwicklung und historische Aktienbeobachtungen; ergänzt um unsere offen gelegte Modellrechnung.

Eigene 15-Jahres-Rechnung, keine Rendite-, Miet-, Immobilienpreis- oder Zinsprognose. Kaufpreis 450.000 €, Kosten 45.000 €, Startkapital 100.000 €, Kredit 395.000 €, Sollzins 4 % für 15 Jahre, Anfangstilgung 2 %, Rate 1.975 €/Monat. Eigentümerkosten 350 €/Monat mit 2 % jährlicher Steigerung als verbraucht gerechnet; keine zusätzliche Rücklage als Vermögen. Vergleichsmiete 1.500 €/Monat mit 2 % jährlicher Steigerung, alternativ 4 %. Steigerung jeweils zum Jahresbeginn. Depot startet mit 100.000 €, erhält am Monatsende das gemeinsame Budget minus Miete; negative Differenzen werden entnommen. Effektive Modellrenditen 0/4/7/9 % p.a. nach angenommenen laufenden Anlagekosten, vor persönlichen Steuern; Umrechnung über(1+r)^(1/12). Immobilienwertentwicklung 0/2/4 % nominal p.a.; Restschuld monatlich mit Sollzins/12. Gleiche Betriebskosten und zusätzliche gleiche Notfallreserve außerhalb des Vergleichs. Keine Verkaufs-/Ablösekosten oder individuellen Steuern, keine Inflationsbereinigung. Mietindex BW 2010=85,4 und 2025=112,9: geometrischer Durchschnitt über 15 Jahre rund 1,8785 % p.a. Stand der fachlichen Prüfung 24.10.2026.

Redaktioneller Quellenabgleich: 24.10.2026. Eigene Erklärgrafiken: albfinanz. Header: eigenständig KI-generiert.

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